Senior Expertin Susanne Meitz über ihren Einsatz in Kolumbien
Bereits im Jahr 2022 bot ich über die Stiftung Madre Herlinda Moises in Kolumbien einen sechswöchigen Fotografie Workshop für Jugendliche an. Damals wurde der Kurs sehr gut angenommen, und so bot ich – über Spenden finanziert – den Workshop auch heuer wieder an.
Mein Fokus bei einem Fotografie-Workshop liegt aber nicht in der Technik, sondern in Bildgestaltung und Komposition, damit die Teilnehmer:innen lernen, ihre Ideen, ihre Wahrnehmung und damit ihre eigene Geschichte und Identität in einem kreativen fotografischen Prozess ausdrücken.
Es war anfangs kompliziert – für die Jugendlichen und auch für mich. Es gab allgemeine Verständigungsschwierigkeiten und dazu noch in der Fotografie schwer übersetzbare Fachausdrücke. Doch die fesselnde Arbeit mit den Kameras spornte die Jugendlichen an und gemeinsam überwanden wir die Sprachbarrieren. Wir konzentrierten uns auf drei Themenbereiche: Naturfotografie mit Details, Reportage- Menschen und Architektur. Dabei stand immer das Thema „Kontraste“ im Fokus. Das Zentrum von Cartagena hat seine typischen, „touristischen“ Ecken, aber wir wollten das Zwiespältige, das Ungeschönte abbilden, wie zum Beispiel das Leben der Obdachlosen. Dafür braucht es ein gutes Auge – das kann man zwar trainieren, es benötigt jedoch Zeit und Übung. Bei einem Termin begaben wir uns mit dem Boot in die Mangrovenwälder, was sich ebenfalls als Herausforderung zeigte: Das Boot schwankte und die Tiere „posierten“ nicht für uns und waren oft schwer mit der Kamera zu erfassen. Letztlich wurde aber alles gut gemeistert! Als großes Finale des Fotografie-Workshops fand eine Ausstellung mit 70 geladenen Gästen im Centro Cultural statt.
Für die Stiftung war es ein großer Event, da neben den Eltern auch offizielle Gäste von der Gemeinde und von Universitäten geladen waren. Vor der Übergabe der Urkunden bedankten sich drei Jugendliche, wo für mich auch Unerwartetes rauskam:
Emmanuel „…Ich kann sagen, dass dieser Kurs in mehrfacher Hinsicht nützlich war. Wir haben nicht nur gelernt, professioneller mit einer Kamera umzugehen, sondern auch an allgemeinen Werten gearbeitet, die helfen werden, uns als Menschen weiterzuentwickeln…“
Laura „…Wir haben gelernt, Momente einzufangen, die guten und die nicht so guten unserer Realität, die Details, die Farben, die kleinen Dinge. Jedes Bild, das wir machen, ist ein Zeugnis unserer Art, die Welt zu sehen, unserer Sensibilität und unserer Erfahrungen.
„Mariandri“ „Eines der Dinge, die ich von Susanne gelernt habe, ist, dass jedes noch so kleine Detail in der Lage ist, große Dinge zu vermitteln. Indem ich durch den Fotokurs die Kunst der Fotografie kennenlernte, konnte ich die wunderbaren Dinge, die ich in einem Bild festhalten kann, noch mehr schätzen.“
Mit diesem Feedback bin ich mehr als zufrieden. Wer weiß, ob ich nochmals wiederkomme.





