Reinhard Zangerle auf Einsatz

Du führst mich hinaus ins Weite…

Bereits seit meiner frühesten Jugend  haben mich fremde Länder fasziniert. Zu Beginn meines Ruhestandes, den ich ziemlich jung antreten konnte, wollte ich mir den Wunsch erfüllen und neue Länder und neue Kulturen kennen lernen. Über die Organisation “Jugend eine Welt” wurde ich auf die Möglichkeit für SeniorInnen aufmerksam, sich als “Senior Expert” in der Entwicklungszusammenarbeit einbringen zu können. 

Klosterleben, alles andere als langweilig…

Die Tertiarschwestern führen hier in Ascension zwei Schulen: Die Escuela Madre Teresita und die Escuela Maria Hueber. Zudem leiten sie ein Ernährungszentrum und ein  sonderpädagogischen Zentrum für Kinder mit besonderem Bildungsbedürfnissen. Dass in so einer facettenreichen Struktur immer etwas zu tun ist, merkte ich sehr bald, obwohl zur Zeit Schulfereien sind. Allein was an der Klosterpforte alles geregelt, erledigt, weitergeleitet und angenommen wird, hat mich sehr überrascht. Meine erste Arbeit und Aufgabe bestand in der Mithilfe und Begleitung in der aufsuchenden Familienarbeit und in der  vorweihnachtlichen Kinder-und Jugendpastoral. Die Arbeit in den Barrios (Vororten oder Stadtteilen) ist sehr spannend, zugleich aber belastend, weil man immer wieder mit bitterer Not der Menschen konfrontiert wird.

Dann wurde das Jugendtreffen „Oasis, luz y vida“ in der Maria Hueber Schule mit über 90 Jugendlichen aus verschiedenen, zum Teil weit entlegenen Pfarreien (10 Stunden Busfahrt) gestartet. Während des achttägigen religiös- spirituellen Treffens, konnte ich mich logistisch in verschiedenen Bereichen einbringen. Inhaltlich konnte ich zwei Bausteine mitmachen, in denen es um die Religion der Vorfahren und um die Beschreibung der Herkunftspfarreien der Jugendlichen und um ihren Einsatz in der Pfarrei ging. 

Bald beginnt der Unterricht und dann werde ich mich im bolivianischen Schulsystem kundig machen und mich dort einbringen, wo man mich braucht. Ende Februar endet mein Aufenthalt in Ascensión. Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit in einer engagierten, christlichen Gemeinschaft eine kurze Zeit lang mitleben zu können. Immer wieder bin ich sehr beeindruckt von dem was die Schwestern in Bolivien seit fast 100 Jahren leisten. Nicht umsonst werden sie von den Menschen hier mit  “Madre” oder liebevoll mit “Madresita” angesprochen. In zahlreichen Begegnungen mit verschiedensten Menschen konnte ich diese Wertschätzung erleben und spüren. 

Reinhard Zangerle, ehemal. Schuldirektor und Familienteamtrainer als Senior Experts bei den Tertiarschwestern in Bolivien