Senior Expertin Irene Rojnik über ihren Einsatz in Medellín, Kolumbien
Ich war 4 Monate bei den Salesianer in Casa Inspectorial San Luis Beltrán in Medellin in Kolumbien. Diese ist für alle ihre Einrichtungen in Ost-Kolumbien verantwortlich. Ich wurde dem internationalen Projektteam beigestellt und unterstützte sie bei der Suche nach Fördergeldern (vor allem EU) und bei der Einreichung von Projekten.
In der Zentrale war ich im Büro und habe viel über die Prozesse und die Art des Arbeitens der Salesianer gelernt, aber auch die Freundlichkeit und Geduld der Menschen beobachten können. Besonders beeindruckend waren für mich aber die Projektbesuche.
Eine Woche war ich in Amaga, etwa eine Stunde von Medellin, wo ich in einem Projekt mitgearbeitet habe. Amaga ist ein Dorf in den Bergen, wo Kohle abgebaut wird. In den Familien herrscht große Armut und daraus ergeben sich soziale Probleme mit Alkoholismus und Gewalt. Das Programm der Salesianer bietet einen sicheren Ort und Betreuung für die Kinder, wenn sie nicht in der Schule sind. Eine Woche lang war ich Teil dieser Einrichtung und konnte meine Erfahrung aus den Pfadfindern einbringen. Die Kinder waren sehr anhänglich und haben vor allem Liebe und Anerkennung gesucht. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung für mich.
Was ich aus Kolumbien mitnehme, ist was für eine Bedeutung ein sicherer Ort für jeden hat. Für diese Kinder war die Einrichtung ein Ort, wo sie Kind sein durften, spielen, in Ruhe ihre Aufgaben machen konnten und auch psychologisch betreut wurden.
Die Bedeutung eines sicheren Ortes hat sich für mich durch meine gesamte Zeit in Kolumbien gezogen. Ich habe zu Beginn immer wieder gehört: „Nein, dort gehst Du besser nicht alleine oder am Abend hin. Das könnte gefährlich werden.“ Meine sicheren Orte waren die „Casas der Salesianer“, wo ich mich zu Hause gefühlt habe.
Ich bin sehr dankbar für diese wunderbaren Monate in Medellín.






